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Seniorenresidenz eröffnet

Die neue Seniorenresidenz am Markgrafenpark in Hohenstadt ist nun auch offiziell eröffnet. In einem Festakt würdigten Diakonie-Vertreter, Bürgermeister und Politiker das gelungene 16-Millionen-Euro-Projekt, für das Unternehmer Walter Maisel einige Anstrengungen unternehmen musste. Die 85 Wohnungen in der viergliedrigen Anlage neben dem PEZ sind bereits alle verkauft. Es ist das erste umgesetzte betreute Wohnkonzept in der Gesamtgemeinde Pommelsbrunn.

Walter Maisel berichtete in der mit Bewohnern und Gästen prall gefüllten Caféteria der Residenz über die großen Hindernisse, die für die Verwirklichung des neuen Seniorenzentrums überwunden werden mussten. Das Grundstück befand sich im Landschaftsschutz- und im Überschwemmungsgebiet, außerdem verlief darüber eine 110-kV-Hochspannungsleitung. Sie zu verlegen, galt als völlig unmöglich. Der Bauunternehmer schaffte es aber doch.

Vier Jahre dauerte es, bis er sich mit allen Nachbarn geeignet hatte, über deren Grundstücke die verlegte Leitung verlaufen sollte. „Nach weiteren zwei Jahren war sie weg“, sagte Maisel. Als er sah, wie der letzte Mast abgebaut wurde, habe ihn das sehr bewegt, weil er wusste: „Jetzt bin ich meinem Ziel einen großen Schritt näher.“ Insgesamt habe es von der ersten Idee bis zur Grundsteinlegung acht Jahre und dann Bauzeit weitere eineinhalb Jahre gedauert. Er dankte allen Beteiligten.

Eingekauft hat sich der Diakonieverein Eschenbach/Hirschbach-Hohenstadt-Pommelsbrunn, der den Käufern und Mietern in der Anlage sogar einen 24-Stunden-Service anbietet. Vorsitzender Matthias Oursin stellte das Modell vor: „Die Bewohner haben eigene behindertengerechte Räume, in der sie selbstbestimmt leben können, wie sie sich das wünschen.“ Die Diakonie stehe unterstützend oder in Notfällen zur Seite. Die Eröffnung sei ein besonderer Tag. Einmal der erfolgte Umzug vom Badhaus in die Residenz und dann stehe der Verein auch auf breiteren Füßen. Für den Betreuungsservice am Markgrafenpark stellte er fünf weitere Schwestern ein.

Der bayerische Diakoniechef Michael Bammesel segnete das Haus zusammen mit dem katholischen Pfarrer Roland Klein. Bammesel stellte in seiner Rede heraus, wie glücklich sich Deutschland schätzen könne, 71 Jahre in Frieden zu leben und viele rüstige und rege Senioren zu haben. Das Demografie-Problem bestehe darin, dass es zu wenig Junge gebe. „Sie könnten ja einen Kindergarten anbauen“, schlug er lachend Richtung Maisel vor, dem noch ein angrenzendes Grundstück gehört. Anschließend ehrte er Oursin und Georg Mertel mit dem Goldenen Diakonie-Kreuz. Mit viel Verhandlungsgeschick und Finanzwissen hätten sie das Projekt für den Diakonieverein umgesetzt und dabei „als Ruheständler vielleicht mehr gearbeitet als mancher Aktiver“.

Architekt Jens Gömmel bezeichnete dann in seiner Rede die Stromleitung als „Knackpunkt“. Erst als „Herr Maisel sie aus dem Weg geräumt hatte“ sei die Residenz realisierbar gewesen. Die Anlage sei fein und übersichtlich gegliedert und habe bewusst einige private Rückzugsorte. Die Zusammenarbeit mit Maisel sei „sehr intensiv“ gewesen. Nach ihm lobte Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel das Ergebnis, die „hotelähnliche“ Residenz, in höchsten Tönen. Er bezeichnete Maisel als Visionär mit „charmanter Unnachgiebkeit“. So sei eine „Vorzeigeeinrichtung für das ganze Nürnberger Land“ entstanden.

Bürgermeister Jörg Fritsch freute sich über das „neue Wohnkonzept für die Gemeinde“. Ein betreutes Wohnen gab es bisher hier noch nicht. Die Residenz sei „innovativ und architektonisch überaus ansprechend“. Auch er erinnerte daran, dass der Einstieg in das Projekt „alles andere als einfach war“ und zeitweilig „am seidenen Faden hing“. Er lobte den Diakonieverein und ganz speziell Oursin und Mertel. Zum Abschluss verlas er ein Grußwort des verhinderten Landrats Armin Kroder, unter anderem: „Walter Maisels Engagement ist es zu verdanken, dass die Vorstellung von einem sozialen Landkreis nun ein neues Anschauungsobjekt hat.“

Text: Michael Scholz (HZ)
Bild: Architekt Jens Gömmel, Walter Maisel und Jörg Maisel,
Helga Manderscheid