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Abschlussfest zur Flurneuordnung und Dorferneuerung beim Verfahren Heldmannsberg-Waizenfeld in Heldmannsberg

Zwanzig Jahre Verfahren Heldmannsberg-Waizenfeld haben mit einem würdigen Abschlussfest ihr Ende gefunden. Zur Feier des  erfolgreich durchgeführten Projekts fanden sich in Kirche, Festzelt und später im Gasthaus „Zum Schottental“ zahlreiche Vertreter von Politik und Verfahren sowie der Bürgerschaft zusammen.

Der einleitende ökumenische Gottesdienst der beiden Pfarrer Judith Felsner und Roland Klein in der Kirche „Mariä Himmelfahrt“ orientierte sich am Thema der Flurneuordnung und ging mit vielen Beispielen auf die Bewahrung der Schöpfung ein. Danach trafen sich alle am Festzelt beim Feuerwehrhaus, in dem das Verfahren, welches die Ortsteile Heldmannsberg, Hofstetten, Mittelburg, Waizenfeld und Wüllersdorf umfasst, anhand von Schautafeln und Besitzstandskarten (alt und neu) anschaulich beschrieben war.

Bürgermeister Jörg Fritsch begrüßte die Anwesenden, unter ihnen neben den beiden Pfarrern Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel, stellvertretender Landrat Norbert Reh, Gerhard Jörg, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, Werner Wolf, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth, technischer Amtsrat Winfried Schiller als 1. Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, Karl-Heinz Niebler, Bürgermeister von Alfeld und Erwin Bleisteiner als örtlich beauftragtes Vorstandsmitglied. Auch Altbürgermeister Werner Oberleiter, welcher die Hälfte des Verfahrens begleitet hatte, Robert Übler als Vorsitzender des Bürgervereins Mittelburg sowie ehemalige und aktuelle Vorstandsmitglieder der TG und mehrere amtierende Pommelsbrunner Gemeinderäte um 3. Bürgermeisterin Gabi Bleisteiner hatten es sich nicht nehmen lassen, der Feierstunde beizuwohnen.

Ziemlich genau zur Halbzeit, nämlich 2007, sei er dem Verfahren als Gemeindevertreter beigetreten, so Fritsch. Vor allem sei die Infrastruktur der Flur stark verbessert worden, was zu vielen Erleichterungen und Ersparnissen für die heimische Landwirtschaft geführt habe, welch letzterer er ein großes Lob aussprechen wolle für die Pflege und Bewirtschaftung der vielfältigen und wunderschönen Landschaft. Die betroffenen Ortschaften könnten erheblich davon profitieren, dass durch umfangreiche bauliche Maßnahmen die Lebensqualität für die Menschen vor Ort sowie die touristische Attraktivität für Naherholungssuchende deutlich gesteigert wurden.

Norbert Dünkel erinnerte daran, dass ein halbes Leben in solch einem Verfahren stecken könne. Stellvertretend wolle er Erwin Bleisteiner nennen. der in diesen Jahren viel Herzblut und Kompromissbereitschaft in dieses Projekt investiert habe, das nicht ganz leicht zu behandeln war, weil es eben um Grund und Boden ging. Aber auch jene, die am Anfang kritisch waren, wollten nun den alten Zustand nicht mehr haben. Es sei auch gelungen, die hohen Anforderungen des Naturschutzes zu erfüllen. Die Gesamtausgaben für die Flur hätten 1,684 Mio. Euro bei 1,434 Mio. Euro Zuschüssen (85 Prozent) betragen, die Eigenleistungen der Eigentümer 157.000 Euro bei 93.000 Euro Kostenbeteiligung. Eindrucksvolle Summen, so Dünkel.

Norbert Reh meinte, dass „der schönste Landkreis im Nürnberger Land noch an Schönheit zugenommen hat“. Über 300 Einzelmaßnahmen seien auch im Naturschutz gelaufen; alles habe gut funktioniert und man habe sich diese heutige Feier redlich verdient.

Auf die gute Gemeinschaft in den Ortschaften kam Werner Wolf zu sprechen. Man sei dankbar, dass die örtlichen Politiker zu der Maßnahme stünden, vor allem wichtig sei aber, dass die Menschen dabei seien. Wolf erwähnte als früheren Negativaspekt neben dem stark zersplitterten Flurbesitz die fehlende Anfahrt zu den Feldern. Einen Mann wolle er besonders herausstellen, nämlich Erwin Bleisteiner. Nicht umsonst habe dieser 2013 die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste in der ländlichen Entwicklung erhalten.

Gerhard Jörg ging auf den chronologischen Ablauf des am 23.5.1997 eröffneten Verfahrens ein und erklärte im Einzelnen die Arbeit des ALE. Die Dorferneuerung laufe nun als Landesprogramm zur Verbesserung der Lebensqualität seit rund 40 Jahren, die Nachfrage sei hoch. Rund 20 Hektar an Landschaftspflegeflächen seien beim Verfahren ausgewiesen worden, 30 Privateigentümer hätten einen wichtigen Beitrag zum Ortsbild geleistet. Die Möglichkeit zum „Weitermachen“ bestehe übrigens immer noch für kurze Zeit. Auch er nannte als „Motor des Verfahrens“ Erwin Bleisteiner.

Dass mehr als 28 000 Hand- und Spanndienststunden durch Teilnehmer  geleistet wurden, wollte Winfried Schiller nicht unerwähnt lassen. Auch alle anderen Mitarbeiter von der Gemeindeverwaltung bis hin zum Bürgerverein Mittelburg sollten nicht vergessen werden. Besonderer Dank gebühre den Wegbaumeistern, den Pflanzmeistern und dem örtlich beauftragten Vorstandsmitglied Erwin Bleisteiner. Schiller erinnerte aber auch namentlich an jene, welche den Weg nicht bis zum Ende mit gehen konnten.

Bei einem Rückblick wies er auf den Ausbau des Wegenetzes mit 1,9 km Gemeindeverbindungsstraßen und 7,7 km befestigten Wirtschaftswegen hin. Ein wichtiges Anliegen sei gewesen, die bestehenden Vegetationsstrukturen durch Ergänzung mit neuen landschaftspflegerischen Anlagen zu einem Biotopverbundsystem zu vernetzen.  Auch die Feldgeschworenen hätten bei der Neuverteilung der Grundstücke große Arbeit geleistet. Dazu kam noch die Wertermittlung (Bodenwerte).

Als Schlussredner trat Erwin Bleisteiner ans Mikrofon. Er erinnerte an das Engagement der Gemeinde bei Kläranlagenbau, Abwasserkanälen und Straßenausbau. Ein überdurchschnittlich hohes Maß an Kompromissbereitschaft sei nötig gewesen, aber auch das ehrenamtliche Engagement, ohne welches viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens nicht existieren würden.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte noch die Enthüllung eines Gedenksteins (separater Bericht).

Helga Manderscheid

Bild: Am Spielplatz in Heldmannsberg, einem der zahlreichen Projekte des Verfahrens, trafen sich (v.li.) Winfried Schiller, Werner Wolf, Gerhard Jörg, Norbert Reh, Norbert Dünkel. Erwin Bleisteiner, Jörg Fritsch und die beiden Pfarrer Roland Klein sowie Judith Felsner