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Gemeinderatssitzung vom 21.5.2015

Mit den Hauptthemen „Wasserversorgung“ und „Neues Rathaus“ bot die jüngste Gemeinderatssitzung reichlich Information, aber auch Diskussionsstoff. Bei den Bauanträgen wurde der Anbau für die Krippengruppe beim Kiga „Gehrestal“ vorgestellt.

Erst zum Schluss durch einen Übergang zusammengefügt, soll der Anbau im „Gehrestal“ mit 128 Quadratmetern im Anschluss an das Hauptgebäude in Holzständerbauweise ausgeführt werden und einen Gruppen- und Ruheraum sowie „Kinderwagen-Parkplatz“ beinhalten. Der bisher für Aufführungen reservierte Platz wird dadurch teilweise überbaut und hinter dem Haus neu geplant, die Zufahrt erfolgt direkt von der Heuchlinger Straße. Von den Gesamtkosten von 586.000 € sind noch die Zuschüsse abzuziehen, deren Umfang aber noch nicht eindeutig definiert ist. Angesichts des drängenden Bedarfs an Krippenplätzen in der Gemeinde votierten alle Räte für die Ausführung.

Die Gemeinde Pommelsbrunn verfügt über ein leistungsfähiges Wasserversorgungsnetz, wie Bürgermeister Jörg Fritsch betonte. Rund 12 Mio. € bei 30 Prozent Zuschüssen seien in den Jahren 2000 bis 2006 investiert worden, dabei sei durch „mutiges Vorgehen“ eine nachhaltige Lösung erreicht worden. „Die Wasserversorgung läuft gut, ist sicher, aber wir wollen sie noch etwas sicherer machen“, so der Rathauschef. Dabei wolle man auch unter das Thema „Wasserschutzgebiet Appelsberg“ einen Schlussstrich ziehen.

Der technische Leiter der Gemeinde, Erwin Bleisteiner, erläuterte anschließend in allen Einzelheiten das Vorgehen bei der Wasserversorgung, von der Planung in 1984 bis hin zur Durchführung, nannte die eingebundenen und aufgelassenen Quellen, den Bau von neuen großen Behältern, die Tiefbrunnen Hartmannshof, den Anschluss von Ortsteilen im Verbundsystem und den Zusammenschluss mit der Bachetsfeld-Gruppe zum Zweck der Notversorgung. Der Gemeinderat habe immer einmütig hinter dem Großprojekt gestanden.

Weitere Informationen fügte Rainer Ketterle, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg hinzu, der auch darüber informierte, dass die Tiefbrunnen (mit Aufbereitung) auf eine Förderung von 250 000 cbm. pro Jahr ausgelegt seien, während der derzeitige Verbrauch etwa 170 -180 000 cbm. betrage. Nachdem die Schüttung der Quellen jedoch einen Unsicherheitsfaktor darstelle, zudem die Seniorenanlage am PEZ entstehe, könne es zu Engpässen kommen. Womit man nahtlos beim nächsten Thema war, dem „Wasserschutzgebiet Appelsberg“. Wie Gemeindemitarbeiterin Kathrin Leipenat schilderte, nutze die Gemeinde das Wasser dieser Quelle. Dazu sei die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes erforderlich. Derzeit erfolge die Nutzung jedoch ohne wasserrechtliche Erlaubnis, auch wenn das Wasser untersucht und im Pumpwerk Gehrestal aufbereitet werde. Im Januar 2009 habe der Gemeinderat eine entsprechende Ausweisung beschlossen, wovon, wie Bürgermeister Fritsch betonte, „die Appelsberger nicht sonderlich begeistert waren. Bisher ist der Widerstand bei den Grundstückseigentümern auch nicht geringer geworden“.

Nun sei aber entscheidend, dass eine Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes im Jahr 2010 die Rechte der Grundstückseigentümer gestärkt habe, eine Ausweisung auf bebaute Gebiete grundsätzlich nicht zulässig sei und eine solche nur erfolgen könne, wenn es keine Alternative gebe. Man könne das Wasserrecht der Tiefbrunnen in Hartmannshof ausschöpfen, benötige jedoch hierzu eine Verbindungsleitung von dort nach Pommelsbrunn. Auch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg empfehle diese Lösung. Allerdings könne man die Appelsbergquelle für Notzeiten noch als „Notfallquelle“ beibehalten.

Die Räte hatten allerlei Fragen zur Ausweisung eines Wasserschutzgebietes, zu den Kosten der Überleitung (ca. 500 000 €), zur Umlegung dieser Summe auf die Endverbraucher über die Wassergebühren (Errechnung bis Herbst 2015), zu einer Durchsetzung des Wasserschutzgebietes (nicht realistisch), zu den Kosten der Notfallquelle, den Gefahren bei den Tiefbrunnen und der Bewertung eines Wasserschutzgebietes als gleichzeitiges Naturschutzgebiet. Ketterle und Bleisteiner gaben zu allen Fragen Auskunft. Am Ende erging einstimmiger Beschluss. Der Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Grundwasserentnahme Appelsbergquelle wird zurückgezogen und das Verfahren nicht weiter betrieben.

Mit Spannung erwartet – der Entwurf für das neue Rathaus in Pommelsbrunn. Während der Entstehung der Planung von einem Arbeitskreis von Fachleuten und Fraktionsangehörigen unterstützt, konnte die Verwaltung den Erstentwurf in der Mai-Ratssitzung vorlegen.

Robert Rüger vom KFB Baumanagement schilderte die Kriterien, nach welchen bei der Planung vorgegangen worden war. Zu ihnen gehörten die Sanierungsmöglichkeit des alten Rathauses, der Standort eines Neubaus, der Flächenbedarf und – last, but not least – die Kosten. Letztere belaufen sich inklusive vorbereitender Arbeiten (Abriss von Haus und Garagen) auf rund 2,2 Mio., für die Außenanlagen kämen noch etwa 400.000 € hinzu. Also liegt die Kostenprognose für einen mittleren Standard und rund 700 qm Nutzfläche für den Neubau bei ca. 2,6 Mio. €, die Finanzierung könnte ganz oder teilweise extern durchgeführt werden. Baubeginn solle Frühjahr 2016 sein. Der Bau entstehe am Platz der derzeitigen Garagen.

Das Rathaus (27 m lang, 11 m breit) wird vier Ebenen und eine Mittelflurlösung haben. Architekt Jochen Sörgel von der Fa. ghsw Architekten zeigte anhand einer Präsentation die Außenansicht und die einzelnen Geschoße. Ein schlanker Baukörper, der Geländesituation angepasst, wird von einem Satteldach gekrönt. Alle Büroräume mit Arbeitsplätzen befinden sich an der Südseite, untergeordnete Räume an der Nordseite. An der Ostseite entsteht ein Rathausplatz mit Parkplätzen, nach Westen ein zweiter Parkplatz für die Mitarbeiter mit Zufahrt von der Nürnberger Straße. Der Personaleingang liegt im Norden, jener für die Bürger im Osten.

Im Erdgeschoß sind Einwohnermelde- und Standesamt sowie Kasse und Bauverwaltung bzw. Bautechnik untergebracht, im Obergeschoß die Kämmerei, Räume für Bürgermeister und Sekretariat sowie Besprechungszimmer, im Dachgeschoß unter dem Ostgiebel ein Sitzungsraum sowie Sozialraum und Trauungs-Zimmer. Im Untergeschoß sind ein Fraktionsraum, die Büros für Prüfer und Archivar sowie Archiv, Heizung und Lagerraum geplant. Das Rathaus wird eine Photovoltaikanlage besitzen, ferner ist eine Anbindung an den Fünf-Flüsse-Radweg über Kieselmühlweg und eine Querungshilfe an der B14 geplant. Eine Förderung der Außenanlagen ist möglich.

Zu einer Bewertung des auf den Ergebnissen des Arbeitskreises basierenden Entwurfes aufgefordert, hatten die Gemeinderäte doch einiges an Gesprächs- und Informationsbedarf. Manfred Loos/SPD, Marcus Flemming/FW, Peter Butters/Grüne und Winfried Mergenthaler/SPD hätten sich gerne vorher noch intensiver innerhalb ihrer Fraktionen damit beschäftigt, um Fragen zusammenstellen zu können bzw. wünschten eine Vertagung. Fritsch entgegnete, dass die Verwaltung lediglich ein erstes Feedback abwarten wollte, welches als Grundlage für die weiteren Beratungen dienen solle.

Erwin Kratzer/CSU lobte das Gebäude, würde aber Dachgauben vorziehen, Franz Altmann/Grüne hinterfragte das Kostengesamtvolumen und Renate Scharrer/SPD unterstützte zwar die Vertagung, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es jedem Gemeinderat freigestanden hätte, an den Sitzungen des Arbeitskreises teilzunehmen.

Es gab in Folge noch eine Reihe technischer Fragen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge zur Bauausführung. Man einigte sich dann darauf, die nächste Ratssitzung am 18. Juni intensiv dem Thema „Rathaus“ zu widmen.
Helga Manderscheid

Bild: Der Rathausentwurf