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Gemeinderatssitzung am 27.11.2014 (Teil 1)

Neubau oder Sanierung? Das Rathausgebäude der Großgemeinde Pommelsbrunn dominierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Abend. Der dreiteilige Beschlussvorschlag ergab am Ende ein einstimmiges Votum des vollzählig anwesenden Gremiums für einen Neubau.

Die Gemeindeverwaltung residiert derzeit in einem Gebäude im Zentralort Pommelsbrunn, welches aus den Jahren 1953/54 stammt und ursprünglich als Gemeindehaus mit Zweigpostamt sowie zwei Wohnungen geplant war. Dieser Nachkriegsbau erfüllt nun in keiner Weise mehr die modernen Anforderungen, die an ein gemeindliches Verwaltungsgebäude gestellt werden müssen, wobei insbesondere Statik und Brandschutz betroffen sind. Es ist keine Barrierefreiheit gegeben und die Energieeinsparverordnung wird nicht eingehalten. Auch sind Mauerwerk und Fundamente sowie deren Tragfähigkeit weitgehend „unerforscht“. Zumindest um einen Anbau würde man nicht herumkommen.

„Ein Thema mit Tragweite für die Gemeinde Pommelsbrunn“ erklärte eingangs Bürgermeister Jörg Fritsch, der dann auf den „Arbeits-und Kompetenzkreis ‚Neues Rathaus‘ „ zu sprechen kam, welcher sich in mittlerweile vier Sitzungen auch mit einer möglichen Rekonditionierung (Sanierung) des bestehenden Gebäudes, möglichen Rathausstandorten, den notwendigen Bedarfsflächen sowie einem Kostenrahmen auseinandergesetzt hat. „Moderne Arbeitsabläufe sind nicht mehr gewährleistet“ fuhr der Rathauschef fort und sprach die gravierenden Mängel an.

Anschließend erteilte er dem anwesenden Vertreter der mit einem Machbarkeitskonzept beauftragten KFB Baumanagement GmbH, Robert Rüger, das Wort. Dieser schilderte die Abwägung zwischen Sanierung und Neubau („wenn ein Abriss erfolgen soll, muss die Entscheidung des Gemeinderats sehr fundiert sein und auch der Bürgerschaft so mitgeteilt werden“). Man habe auch den erfahrenen Architekten Jochen Sörgel eingeschaltet.

Die folgenden Ausführungen Rügers zeigten in aller Deutlichkeit, wie mangelhaft Bausubstanz und Ausstattung des bestehenden Gebäudes sind, wobei er in allen Einzelheiten die Mängel schilderte. Wenn man einen Weg zu einem eventuellen Anbau schaffen wollte, müsse man die jetzigen Räume noch kleiner machen. Eine Optimierung über Sanierung und Anbau sei nur mit der Antwort „unbefriedigend“ zu lösen. Zwar sei das Problem lösbar, aber nicht vernünftig, nachdem die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit ergeben habe, dass ein Neubau höchstwahrscheinlich „um einen Schnaps“ wirtschaftlicher komme als die Sanierung. Der Arbeitskreis habe deshalb die Sanierung verneint. Auch zum Standort habe man keine Alternative zu dem jetzigen gefunden.

Rüger widmete sich ferner ausführlich der Kostenprognose. Beide Möglichkeiten liegen fast gleichauf mit leichtem Vorteil für einen Neubau und betragen bei Erfassung aller Kostengruppen für einen Neubau 2,452 Mio. und für die Sanierung 2,484 Mio. Die vom Architekten ermittelte Sollfläche liegt bei rund 750 Quadratmetern, wobei beide Fachleute eine Reservefläche und damit die Erhöhung auf rund 800 Quadratmeter für notwendig erachten. Diese könne wiederum um fünf Prozent über- und unterschritten werden. Der Arbeitskreis schlägt eine Basis von 800 Quadratmeter plus fünf Prozent vor.

In der anschließenden Diskussion wollte 2. Bürgermeister Reinhard Weih/CSU wissen, ob die Kosten bei Sanierung/ Neubau für den Umzug in eine „Zwischenlösung“ mit erfasst seien, was Rüger verneinte. Eine „Zwischenlösung“ sei notwendig, es könne aber auch so kommen, dass das alte Gebäude noch seine „würdigen letzten Tage“ erlebe und erst umgezogen werde, wenn das neue Gebäude fertiggestellt sei.

Manfred Loos/SPD fragte nach, ob das Kostenverhältnis der Erhöhung bei einem Anbau gleich bliebe; Rüger bejahte dies – gleiche Sollfläche von 800 Quadratmeter plus fünf Prozent vorausgesetzt. Peter Butters/Grüne wollte wissen, ob man das Ganze auch günstiger bekäme. „Sind wir mit dieser Kostenschätzung schon im unteren Bereich?“ Sörgel stellte dazu den Bundesbaukostenindex vor. Man habe einen mittleren Standard geplant, hoffe jedoch, bei den Kosten darunter zu kommen. Butters setzte sich zudem für „Nachhaltigkeit“ ein, insbesondere „ist Photovoltaik unser (Anm.der Grünen) Anliegen“, wozu Rüger anmerkte, dass auch hier die Energieeinsparverordnung gelte.

Loos sprach sich für einen Neubau aus, weil bei einer Sanierung „immer wieder etwas Unterwartetes auftaucht“. Er halte die Kosten für einen Neubau für „risikoärmer“ als die einer Sanierung. Kurt Tausendpfund/CSU drängte auf eine Entscheidung, denn „wir brauchen die Vorlage dafür, wie es weiter gehen kann“. Man müsse 2015 die Genehmigung beantragen und das Geld auftreiben. Marcus Flemming/FWG stimmte seinem Kollegen Loos zu. Auch wenn eine Sanierung theoretisch günstiger komme, sei er trotzdem für den Neubau. Keiner wisse, was sich hinter den Wänden verstecke. Winfried Mergenthaler/SPD verwies darauf, dass alle Maßnahmen in ökologischer Sicht in einem neuen Gebäude besser realisiert werden könnten.

Die drei Beschlussvorschläge führten einstimmig zu folgenden Ergebnissen: Nein, keine Sanierung, also Abriss und Neubau. Der Standort bleibt unverändert. Die weitere Projektentwicklung wird auf der Basis von 800 Quadratmetern (Nutz- + Verkehrsfläche) +/- geringfügige Flächenüber- /unterschreitung fortgeführt.
Helga Manderscheid