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Bürgerversammlung Hartmannshof am 13.11.2014

In der bis auf den letzten Platz besetzten „Osteria Pizza e Pasta“ gab Bürgermeister Jörg Fritsch bei der örtlichen Bürgerversammlung umfassende Informationen zur Großgemeinde Pommelsbrunn mit Schwerpunkt Hartmannshof, dann folgte eine angeregte Diskussion mit Ortsbürgern.

Auch mehrere Gemeinderäte, darunter 2. Bürgermeister Reinhard Weih, waren zur Versammlung gekommen. Im Bericht des Bürgermeisters nannte Fritsch viele Zahlen. In der Gemeinde befinden sich derzeit 5184 Erstwohnsitze und 279 Nebenwohnsitze. Die Einwohnerzahl des Ortsteils Hartmannshof ist von 929 auf 956 angestiegen, dabei kletterte die Zahl der ausländischen Mitbürger von 159 auf 202, letzteres vor allem aufgrund des Zuzugs von Asylbewerbern.

Fritsch informierte weiter über Geburten und Sterbefälle, Eheschließungen und Scheidungen sowie die Beschäftigtenzahlen in den gemeindlichen Einrichtungen nebst Kindergärten, Krippen- und Hortgruppen. Das neue „Windelgeld“ der Gemeinde werde von frisch gebackenen Eltern gerne angenommen. Bei den Schulen bedauerte der Bürgermeister vor allem die Schließung der Mittelschule und informierte über die Verhandlungen mit dem Schulverband Hersbruck.

Beim ca. zehn Millionen umfassenden Haushalt ging das Gemeindeoberhaupt auf wichtige Einzelheiten ein. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag Ende 2013 bei nur noch 188,99 Euro, Tendenz weiter fallend. Für die Schulsanierung in Hartmannshof (Teil der Mittelschule) mit anteilig rund 750 000 Euro wurde ein Kredit außerhalb des Haushalts aufgenommen. Insgesamt ist die finanzielle Situation der Gemeinde positiv zu sehen, was auch von der Staatlichen Rechnungsstelle als „vernünftige und solide Haushaltspolitik“ gewürdigt wurde. Dennoch müsse man sinnvolle Investitionen weiter anpacken, so Fritsch. Er nannte ferner zahlreiche Pluspunkte der Gemeinde von der guten Infrastruktur bis hin zum reichhaltigen Angebot für Kinder und Senioren.

Wie soll es in der Gemeinde weitergehen? Da bereitet dem Gemeinderat vor allem das Gebäude der Mittelschule Kopfzerbrechen, welches man sich als Eigentümer mit der Gemeinde Weigendorf teilt und dessen Generalsanierung mehrere Millionen kosten würde. Derzeit werden Gespräche mit sozialen Werkstätten geführt. Erfreulicher seien da schon der Urzeitbahnhof mit Museum und Gaststätte und das neue örtliche Feuerwehrhaus.

Nichts kostet die Gemeinde dagegen der neue Radweg, dessen Bau derzeit für eine Großbaustelle am Ortseingang Hartmannshof sorgt und im 2. Bauabschnitt bis Weigendorf komplettiert werden soll. Fritsch nannte weitere geplante Projekte, darunter das Wanderleitsystem und der Breitbandausbau.

Zum Gebäude der „Alten Post“, an dessen Ankauf die Gemeinde kein Interesse hat, habe man einen Abrissantrag gestellt, der allerdings die Denkmalschützer auf den Plan gerufen habe. Für ein neues Zentral-Rathaus in Pommelsbrunn oder den Umbau des alten laufen derzeit Gespräche. Das alte Gebäude sei „defizitär“, ohne Barriere-Freiheit, dafür aber mit einer Statik, die modernen Erfordernissen nicht entspreche.

Wo nun der Schuh in Hartmannshof drücke, wollte der Bürgermeister wissen?
Hermann Zeug wünschte sich eine bessere Informationspolitik und bemängelte den schlechten Zugang zu Glascontainern an der Baustelle des neuen Regenüberlaufs, während Michael Müller den vorbildlichen Winterdienst am Fallberg lobte, aber gleichzeitig kritisierte, dass manche Fahrer mit „100 Sachen“ durchfahren und dabei Randsteine beschädigen würden.

Kurt Stadler wollte wissen, was es mit den Probebohrungen an der Brücke in der Bahnhofstraße auf sich habe. Diese dienten der Brückenüberprüfung, so Fritsch. Die LKW-Fahrer, von der Firma Sebald kommend, würden wegen zu schnellen Fahrens in der Kurve Schotter verlieren und somit eine Gefährdung darstellen, bemerkte Margit Steckert. Alexander Bock fragte, was an der Schnittstelle des Radweges am Stromhaus für dort im Dunkeln laufende Bürger getan werde.

Gemeinderat Winfried Mergenthaler äußerte seine Besorgnis wegen einiger verfallender leer stehender Häuser in den Ortskernen. Auch das Geschäftsleben sei nicht mehr so rege wie früher. Zur „Alten Post“ informierte er, dass der Gemeinderat bereit gewesen sei, eine Aufnahme in die Denkmalschutzliste abzulehnen. Die Argumentation der Denkmalschutzbehörde sei zwar „eindrucksvoll“, die historische Substanz des Gebäudes nach einem Teilabriss (in der 1950iger Jahren wegen des Straßenbaus) aber gering. Man könne auch durch eine Tafel auf die Historie der alten Poststation aufmerksam machen.

Hans Pesel verwies auf den Platz hinter der „Alten Post“. Dieser sei aufgrund abgelagerter Gegenstände und Schmutzes ein Schandfleck. Auch Hermann Kellner widmete sich dem alten Gebäude, Was es denn koste? Laut Bürgermeister kämen da 80 000 Euro plus Grund und Abriss zusammen. Auch der Eigentümer habe bereits einen Antrag auf Abriss gestellt, nachdem eine Renovierung unverhältnismäßig teuer komme und keinerlei Brandschutz gewährleistet sei.

Gemeinderat Franz Altmann störte sich daran, dass man hier über Einzelfälle diskutiere. Die gleiche Schwierigkeit (mit Häusern) existiere in Eschenbach und Hohenstadt und die Gemeinde müsse sich Gedanken machen, wie man damit umgehe. Zur Diskussion „Alte Post“ im Gemeinderat: hier seien die Bilder vom Abriss noch nicht bekannt gewesen, man habe sich auf Grundlage von zwei Gutachten unterhalten. Auf die Zwischenfrage von Hermann Kellner, was an diesem Gebäude schützenswert sei, nachdem mehr als die Hälfte des Altbestandes inklusive Stadel fehle, meinte Altmann, dass die inzwischen von Kellner beigesteuerten Bilder bei der Entscheidung des Gemeinderates eben noch nicht vorgelegen hätten. Dann hätte man das Gutachten (für den Abriss) ernst nehmen können.

Kellner hielt dagegen, dass die „Post“ der größte Schandfleck der Ortschaft Hartmannshof sei; keiner hätte damals beim Abriss nach dem Denkmalschutz gefragt. Fritsch entgegnete: „Ich habe eben die alten ‚Haudegen‘ gefragt und bin bei Hermann Kellner fündig geworden.

Georg Sperber führte zurück zu anderen Fragen. Er plädiere dafür, dass die ehemalige Wasserversorgung von Guntersrieth samt Widder, die langsam verfalle, der Nachwelt erhalten bleiben solle. Dass das Bürgerengagement immer mehr abnehme, darin waren sich Bürgermeister und Kellner einig, nachdem letzterer die Pflegearbeiten am Friedhof ansprach, die der örtliche Obst- und Gartenbauverein nicht mehr übernehmen könne. Da sei nun die Gemeinde gefragt, die sich im Übrigen – so der Bürgermeister - allen angesprochenen Themen widmen werde.
Helga Manderscheid

Bild: Aufnahme der „Alten Post“ in Hartmannshof im derzeitigen Zustand. Der vordere Teil wurde in den 1950er Jahren abgerissen und dann passend zur Straßenführung wieder ergänzt.