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Ortstermin beim Anwesen Wulff in Eschenbach

Mit viel Sinn für die Erhaltung alter Bauten lässt das Ehepaar Brigitte und Rainer Wulff derzeit in Eschenbach seine aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende große Scheune wieder instand setzen. Vertreter von Denkmalschutz, Gemeinde und Fachfirmen gaben sich bei dem Anwesen ein Stelldichein, um den Fortgang der Arbeiten zu begutachten.

Wie Dipl. Ing. Thomas Wenderoth vom Landesamt für Denkmalschutz München eingangs ausführte, sei das Gebäude ein charakteristischer Vertreter der Scheunenbauten dieser Zeit. Der Hopfenanbau habe damals Wohlstand in die Gegend gebracht und dabei auch eine Wandlung der Landwirtschaft bewirkt. Insbesondere hätte diese Entwicklung zu neuen Bauformen beim Scheunenbau, hin zu großen Gebäuden, geführt.

Die Besonderheit der Scheune sei der Lagerplatz für Waldstreu. Angesichts einer intensivierten Viehhaltung wurde es nötig, für Futterzwecke die Wälder zu rechen und in Folge musste man Moos und Laub in durchlüfteten Gebäudeteilen lagern, damit es nicht zur Schimmelbildung komme. Der heutigen Bevölkerung sei inzwischen aus dem Bewusstsein geschwunden, wie intensiv der Wald früher genutzt wurde, was diesen leider auch ausmergelte und zum Niedergang der Reichsforsten führte. „Das ist wieder einmal ein Beispiel, wie negativ sich Eingriffe ins Öko-System auswirken“ betonte Wenderoth.

Bei der Scheune der Familie Wulff seien viele Renovierungsarbeiten notwendig, z.B. am rückwärtigen Fachwerkgiebel. Aber auch die Sandsteinwände seien an vielen Stellen kaputt gewesen. So sei er sehr glücklich, dass durch das Engagement der Besitzer das Bauwerk „als wichtiges Zeugnis der Landwirtschaft des 19 Jahrhunderts“ gerettet werden konnte. Zusammen mit dem bereits renovierten Wohnhaus daneben stelle es ein das Ortsbild prägendes Ensemble dar.

Michael Kraus von der Zimmerei Kraus & Schwarz Holzbau zeigt anschließend die Schäden an den Scheunenseiten, die nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten behoben wurden. Auch die Sparren samt Kehlbalkenverzapfung hätten Faul-Stellen aufgewiesen. Den hinteren Fachwerkgiebel habe man sich für den Abschluss aufgehoben. Dass sehr substanzschonend gearbeitet worden sei, hob Wolfgang Werthner von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landratsamtes Nürnberger Land hervor, der mit Mitarbeiterin Nadine Steger sowie Kreisheimatpflegerin Xenia Küster gekommen war, während Brigitte Wulff den Entschluss des Ehepaars erklärte, die Scheune zu erwerben und das Projekt anzugehen. „Nun ist wieder zusammen, was zusammen war“ lächelte sie in Anlehnung an ein inzwischen historisches Wort. „Wir lieben das Alte, auch unser altes Wohnstallhaus, und sind sehr zufrieden mit der Arbeit aller beteiligten Handwerksfirmen“.

Dass die Gemeinde, die sich im Übrigen sehr herzlich bei den Wulffs für die Erhaltung bedanke, von Anfang an mit eingebunden war, fügte Vize-Bürgermeister Reinhard Weih hinzu. Anton Eisenmann von Eisenmann Bau Neuhaus freute sich besonders über die am Bau in Einsatz kommende Erhaltung alter Techniken und Traditionen. Abschließend sprach der in Begleitung von Kathrin Leipenat (Bauverwaltung) teilnehmende Geschäftsleiter der Gemeinde, Bernd Bogner, kurz die finanzielle Seite des Unternehmens an, welche einen veritablen Kraftakt für die Besitzer darstelle. Da sei eine stolze Summe im Spiel, weshalb Wenderoth auch nochmals das Engagement der Wulffs ausdrücklich würdigte. Es sei dies übrigens die einzige Scheune mit dieser Nutzung, welche er persönlich kenne, nämlich mit Mitteltenne, linkem und rechtem Barren und angebautem, durchlüfteten Lagerteil für Waldstreu.
Helga Manderscheid

Bild: Vertreter von Gemeinde und Fachfirmen, Denkmalschützer und das Ehepaar Wulff (Mitte) vor der Scheune