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Gemeinderatssitzung der beiden Gemeinderatsplenen Pommelsbrunn und Weigendorf in der Mittelschule Hartmannshof

Was wird aus der Knorr-von-Rosenroth-Mittelschule in Hartmannshof? Nicht nur sinkende Schülerzahlen, auch der sanierungsbedürftige Baubestand der Schule stellt die in einem Schulverband zusammengeschlossenen Gemeinden Pommelsbrunn und Weigendorf vor große Aufgaben. Bei einem Lokaltermin mit anschließender Sitzung informierten sich beide Gemeinderatsplenen in Beisein von Schulleiter und Fachleuten über die derzeitige Lage.

Die beiden Bürgermeister Jörg Fritsch (Pommelsbrunn) und Georg Schmid (Weigendorf) treibt eine gemeinsame Sorge um. Sie möchten die Schule als Lehranstalt erhalten, jedoch erlaubt der Zustand des in die Jahre gekommenen Gebäudes längerfristig keinen angemessenen Schulbetrieb. Kurz gesagt: „Es besteht Handlungsbedarf an der Schule und im Turnhallenbereich mit angebautem Grundschulbereich samt Heizung“, so Bürgermeister Jörg Fritsch, der gleichzeitig betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden sehr gut funktioniere. Dies bekräftigte auch sein Kollege Georg Schmid, der sich zuversichtlich zeigte, dass nach mehreren gemeinsam gestemmten Projekten auch diese Hürde genommen werden könne. Immerhin: „Es geht um unsere Kinder, unseren Nachwuchs!“

Um das Ausmaß der Sanierung abschätzen zu können, führte Schulleiter Jochen Breunig durch die Schule. Im Geräteraum der Turnhalle ist an der Decke ein Wasserschaden sichtbar, außerdem befindet sich in diesem Gebäudeteil eine sehr alte, marode Heizungsanlage. Weder die Ausstattung der Turnhalle noch jene der Klassenzimmer entspricht modernem Standard. Bei der Dämmung der Gebäude geht es weiter, auch der Zustand des Teer-Hartplatzes bereitet dem Schulleiter große Sorgen. Insgesamt gesehen, kommt auf beide Gemeinden eine große Sanierungssumme zu, über welche man aber erst im nichtöffentlichen Teil sprechen wollte.

Mit kurzen Worten widmete sich Fritsch anschließend der Situation des Schulbetriebs. Derzeit würde die Mittelschule von 69 Schülerinnen und Schülern besucht, vor zehn Jahren waren es noch 188 Jugendliche. Dieser Rückgang sei nicht nur gesunkenen Geburtenraten geschuldet, sondern auch den gestiegenen Übertritts-Quoten zu Realschule und Gymnasium. Der neu eingeführte Name „Mittelschule“ habe übrigens kein Umdenken bei den Eltern bewirkt und der fehlende Handwerksnachwuchs, der am besten über die Mittelschule zu generieren sei, mache ihm Sorgen.

Diese Sorgen des Pommelsbrunner Rathauschefs konnte Schulleiter Jochen Breunig nur bestätigen. Für das Schulgebäude hatte er eine lange „Wunschliste“ parat. Vom Farbanstrich über Vorhänge, Türen, Mobiliar, Tafeln, Fenster, Heizung, Wasserbecken und Toiletten bis zur Elektro-Ausstattung reichten die Punkte und da waren die größten Brocken noch ausgespart. Breunig schilderte die Belegungssituation der Schule, in welcher bereits keine siebte Klasse mehr zustande kam, und sprach auch über Vor- und Nachteile, welche der neu gegründete Verbund mit anderen Schulen mit sich bringt. Von den Schülern würden 25 Jugendliche in Hartmannshof die Ganztagsschule nutzen, eine „hervorragende Quote“, so Breunig, der gleichzeitig beklagte, dass die schulischen Anforderungen beim Übertritt in weiterführende Schulen immer niedriger angesetzt seien und die Eltern dies –nicht immer zum Wohle des Kindes - natürlich ausnutzen würden.

Die Zukunft sei insgesamt unsicher, denn nach dem Schuljahr 2013/14 ende der Kooperationsvertrag mit den anderen Schulverbänden im Schulverbund. Die Schülerprognosen sähen übrigens auch in diesen Schulverbänden eher düster aus. Die Gemeinderäte Manfred Weidmann (CSU), Klaus Göttler und Gabi Bleisteiner (beide FW) hatten Fragen zur Anzahl der „Rückkehrer“ unter den Schülern („in den letzten Jahren unverändert“), der Zukunft des Schulverbundes nach 2013/14 („bisher keine Entscheidung“) und der Mindestanzahl zu bildender Klassen („keine Untergrenze im Verbund nötig“), während Pommelsbrunns Vize-Bürgermeister Reinhard Weih die Unsicherheit jeglicher Prognose ansprach.

Fritsch votierte dafür, das Thema „Sanierung“ in Teilstücken anzugehen. Die Turnhalle werde auch weiterhin gebraucht, sie würde laufend von den Vereinen beider Gemeinden genutzt. Deshalb war die Aufgabenstellung an den Architekten Stefan Lang vom Architekturbüro Weber & Lang Hersbruck, vorerst eine Planung zur Generalsanierung der Turnhalle mit dazugehörigen Gebäudeteilen „Hausmeisterwohnung, Übergang und Grundschulbereich“ zu fertigen. Die Informationen von Lang bezogen sich neben energetischen Maßnahmen (Dämmung der Hülle) auch auf Rettungswege, Geländer, Behindertenwege und -WCs, Defizite in den Geräteräumen und anderes mehr. Dazu kämen eine allerdings „überschaubare“ Schadstoffsanierung und die Heizung. Der Dachaufbau müsse komplett erneuert werden. Zu den Einzelthemen Elektroplanung, Brandschutz und Installation referierten Sebastian Moosburger (Ing. Büro Winfried Breyer aus Burgthann) und Klaus Zeisig vom gleichnamigen Planungsbüro für Haustechnik in Birgland-Schwend.

In der anschließenden Diskussion drängte Bürgermeister Georg Schmid auf eine klare Abgrenzung bei der Größenordnung der angepeilten Maßnahmen („wie schaut es mit dem Altbestand der Schule aus?“), während sich Räte und Fachleute einen regen Austausch von Fragen und Antworten, speziell zur Wärmeversorgung (auch mit alternativen Energien) lieferten. Walter Kempf (WGW) votierte für ein Pultdach mit Photovoltaik-Anlage, während die Planer eindrücklich auf den Kostenfaktor verwiesen. Eine „Luxuslösung“ wolle man schließlich nicht schaffen, meinte auch Fritsch. Zeisig betonte nochmals, dass die Schule als solche noch nicht in diesen Sanierungsangaben beinhaltet sei. Im nichtöffentlichen Teil fielen dann Angaben zu den Kosten. Man war sich einig, dass der Betrieb der Turnhalle unbedingt weiter aufrecht erhalten bleiben und deshalb die Sanierung geschultert werden müsse. Schon in den nächsten Tagen steht ein Abstimmungsgespräch bei der Regierung von Mittelfranken, die bereits Fördergelder in Aussicht gestellt hat, an.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass laut einstimmigem Beschluss des Pommelsbrunner Plenums im separaten Sitzungsteil ab kommendem Kindergartenjahr 2013/14 in der Kindertagesstätte „Arche Lichtenstein“ die Umwandlung einer Kindergartengruppe in eine Kleinkind- bzw. Krippengruppe stattfinden wird. Angesichts der bereits bestehenden Verhältnisse in den drei gemeindlichen Kindergärten sei – auch in Abstimmung mit den Fachleuten – diese Entscheidung gefallen, so der Bürgermeister.
Helga Manderscheid

Bild: Zwei Bürgermeister, Gemeinderäte und Fachleute in der Turnhalle der Mittelschule Hartmannshof bei der Besichtigung