schliessen Bild
Bürgerserviceportal


Chronik Pommelsbrunn aktuelle Straßenkarte

Bei Sparkasse, Raiffeisenbank, sowie der Gemeinde erhältlich.
Kosten: EUR 20,-


Stadtplan aktuelle Straßenkarte

aktueller Busfahrplan aktueller Busfahrplan

VGN-Fahrplanauskunft
n-ergie


Mitfahrzentrale

Gemeinderatssitzung vom 20.9.2012

Ein einziges Thema beschäftigte Bürgermeister und Räte einen ganzen Abend lang: der Flächennutzungsplan der Gemeinde und dessen Fortschreibung sowie Neuaufstellung. Guido Bauernschmitt vom Planungsbüro Team 4 steuerte die notwendigen Informationen bei.

Vorangegangen seien „sehr kooperative“ Gespräche mit dem Landratsamt, so Bürgermeister Jörg Fritsch in seiner Einführung. Die Gemeinde mit 28 Hektar freien Wohn- und Mischbauflächen im bereits wirksamen Flächennutzungsplan biete sehr gute Chancen für eine Weiterentwicklung, wobei gleichzeitig aber auch Landschafts- und Naturschutz hohe Priorität genössen. Leider sei insgesamt mit leicht abnehmender Bevölkerungszahl zu rechnen, weshalb die von der Gemeinde angestrebte weitere Ausweisung von Wohnbauflächen von Regierung und Landratsamt als „nicht bedarfsgerecht und nicht begründbar“ eingeschätzt wurde. Bauernschmitt gab anschließend kurz Informationen zu den einzelnen Schritten des Verfahrens. Im Moment sei man noch im „Vorgeplänkel“, das aber trotzdem bereits entscheidende Weichenstellungen bedeute.
Beginnend beim Ort Pommelsbrunn stellte der Planer einige Vorhaben vor. Nachdem die Behörden eine „bandartige Siedlungsentwicklung“ ablehnen, schlug er vor, den Lückenschluss der Bebauung zur Grundschule wieder fallen zu lassen und dieses Gelände evtl. einer Weiterentwicklung der Schule vorzubehalten. Auch die früher geplante Sportplatzfläche westlich von Pommelsbrunn solle gestrichen werden, zumal – so der Bürgermeister – die Realisierung eines neuen Sportgeländes am Geld scheitere.
Am Fallberg in Hartmannshof gebe es im Bebauungsplan noch viele freie Bauparzellen, ferner naturschutzrelevante Versagungsgründe, weshalb zwei dort befindliche Freiflächen nicht aufgenommen werden sollten; stattdessen hätten die Behörden Vergrößerung und Ausbau des Mischgebiets am westlichen Ortseingang befürwortet. Klaus Haas (SPD) widersprach; er sehe eine Weiterentwicklung am Fallberg durchaus als sinnvoll an, auch sei eine bandartige Entwicklung der Topographie geschuldet. Hermann Kraus (FWG) wiederum regte Grunderwerb durch die Gemeinde an. Dies ergänzte Fritsch mit der Information, dass derzeit, beginnend mit dem Ort Pommelsbrunn, im Rahmen eines Bauflächenmanagements für Baugrundstücke ein Leerflächenkataster erstellt werden soll, der Gemeinde wie Interessenten einen besseren Überblick ermögliche. Kurt Tausendpfund (CSU) war wiederum gegen eine Hereinnahme weiterer Flächen am Fallberg, was – laut Fritsch und Reinhard Weih (CSU) – ohnehin keine reellen Aussichten auf Erfolg haben würde.
Teilflächen im Mischgebiet Hohenstadts nördlich der Bahnlinie im Überschwemmungsgebiet sowie im Bereich des jetzigen Sportplatzes erlitten das gleiche Schicksal und wurden gestrichen, wogegen um die Neuaufnahme eines Bereichs am westlichen Ortsrand zwischen Staatsstraße und Bahnlinie als gemischtes Wohn-Gewerbegebiet eine rege Diskussion entbrannte. Renate Scharrer (SPD) war strikt gegen eine derartige Entwicklung, während ihre Fraktionskollegin Karin Pollmer die gute Verkehrsanbindung am Rande der Ortschaft für dortige Betriebe herausstrich. Marcus Flemming (FWG) betonte weiterhin, dass in der Großgemeinde wenig Möglichkeiten für die Ansiedlung von Gewerbe existierten. Alle Punkte wurden im geschilderten Sinn mehrheitlich entschieden.

Bauernschmitt ging anschließend auf die Stellungnahmen der Behörden ein, ferner auf Wünsche privater Eigentümer aus mehreren Ortsteilen. Zu letzteren könne er sagen, dass diese im Einzelfall im Rahmen von Bauanträgen durch das Landratsamt geprüft würden, darüber hinaus aber keine vorherige planmäßige Festschreibung erfolge. Bezüglich der Anlage von Photovoltaik-Anlagen sahen Planer und Gremium die Ausweisung eines Sondergebiets nördlich von Waizenfeld als wenig geeignet an; das Gebiet der alten Deponie neben dem PEZ biete sich dagegen für eine derartige Nutzung an. Im Übrigen betonte der Architekt, dass die Gemeinde jederzeit Flächen, welche nicht im Bebauungsplan enthalten seien, aus dem Flächennutzungsplan wieder herausnehmen könne und dabei keine Entschädigungspflicht habe. Mit Hinweisen zur Veränderung einzelner im Plan verwendeter Darstellungen (Zeichen, Pfeile), betreffend einige für den Naturschutz relevante Merkmale, schloss Bauernschmitt seine Ausführungen. Generell solle die Gemeinde neben Renaturierung eine extensive Beweidung, die auch behördlich gefördert würde, anstreben. Am Ende des Abends war das Votum des Gremiums einstimmig. Der Entwurf zur Aufstellung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Pommelsbrunn in der Fassung vom 20.9.2012 einschließlich der beschlossenen Änderungen und Ergänzungen (Freifläche für Photovoltaik und Gewerbegebiet Hohenstadt am westlichen Ortsrand) wurde gebilligt. Es folgen nun die öffentliche Auslegung sowie die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange. Die Bürger werden im Einzelnen durch das Rathaus informiert.

Am 21. Oktober ist in der Großgemeinde Pommelsbrunn Bürgermeisterwahl. Für dieses Amt ist eine Bewerbung eingegangen.
Helga Manderscheid