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Das Vorgeschichtsmuseum Urzeitbahnhof - unsere Vorzeit erkunden und erleben.

Museumstag in der Gemeinde

(fm) Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt zu unseren Wurzeln. Die Boten sind das Naturkundliche Heimatmuseum, der Urzeitbahnhof und das mittelalterliche Badhaus. Eine Besichtigungstour am Museumstag zu diesen drei Stätten mit ihren vielen Schätzen wurde um den Bau und Betrieb eines „Rennofens“ zur Verhüttung von Eisenerz sowie alten Kochrezepten beim „Vogel“ passend ergänzt.

Das Angebot, all dies zu einem Pauschalpreis von 2 € aufzusuchen, nahmen die geschichtsinteressierten oder neugierigen Einwohner und Gäste gerne in Anspruch. So wanderten die Besucher durch das Heimatmuseum, um sich in alte Zeiten zurücksetzen zu lassen. Um die großen Dioramen heimischer Orte mit Darstellung des früheren Lebens durch Zinnfiguren gruppierten sich alte Fotos, Urkunden, Gerätschaften und Zeichnungen. Im angrenzenden Neubauflügel kam man an Schlachtendarstellungen vorbei zu den vielseitigen Formen und Farben der Mineraliensammlung von Klaus Bittner. Am besten beschrieb dies eine Tafel mit „Achat – Meisterwerke der Natur-“. Eine Ahnung vom früheren Höhlenleben bekam man im Dachgeschoss mit seinen dunklen Gängen und der kargen Ausstattung. Eine kultur- und religionsgeschichtliche Episode stellte Helmut Hopfner mit den Urkunden und Gegenständen der Sonderausstellung „600 Jahre Jan Hus“ vor. Und einen Seitenschwung in das Museumscafé mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen und Torten durfte man nicht verpassen.

Das nahegelegene historische Badhaus hatte ebenfalls seine alten knarrenden Türen geöffnet. Das hervorragend restaurierte Untergeschoss zeigte die damalige Anlage und Badekultur des Mittelalters, die Klaus Schnaible bei den Führungen fesselnd erzählte. Dieses Relikt für Körperpflege und medizinische Versorgung ist im ländlichen Raum von Süddeutschland einzigartig erhalten geblieben.

Zur gemeindlichen „Außenstelle“ der Museen, dem Vorgeschichtsmuseum im alten Bahnhof Hartmannshof, konnte man per Auto oder S-Bahn kommen. Kurator Werner Sörgel erzählte anschaulich von den Funden der Höhlenruine bei Hunas, deren Glanzpunkt der Backenzahn eines Neandertalers darstellt. Bei den eigenen Funden von der Jungsteinzeit bis zu den Kelten war er in seinem Element, hatte er doch mit seiner Frau einige Jahrzehnte die Kleinregion um Hartmannshof „abgegrast“. Die Darstellung der keltischen Höhensiedlung der „Houbirg“ ist ebenso interessant wie all die Funde und ihre Bedeutung.

Einen anderen Blick in die Zeit der Kelten konnte man bei Nachbau und Nutzung eines so genannten „Rennofens“ werfen. Bastian Daxer hatte mit Helfern aus Backsteinen und Lehm in der Wiese neben dem Radweg beim Bahnhof Pommelsbrunn diese frühe Art der Eisengewinnung gebaut. Das kegelförmige Behältnis mit einer Öffnung oben nahm Kohlen als Hitzelieferant auf, ein Blasebalg lieferte den Sauerstoff für die Glut und als Erz kamen Brocken aus heimischen Äckern dazu. Die Prozedur dauerte einige Stunden, bis die hohe Schmelztemperatur erreicht war. Dann ging es dem Ofen an den Kragen, die Außenhülle wurde abgetragen und als Ergebnis kamen eisenhaltige Brocken zum Vorschein. Die Wartezeit bis dahin konnte man beim Zusehen der Perlenwicklerei von Peter Lösch nutzen. Auch die Herstellung von Naturfarben aus Wurzeln und das Färben in verschiedenen Rottönen durch Anne Neumann brachte vergessene Verfahren in Erinnerung. Aus dem Behälter mit Bernsteinbrocken ließen sich Anhänger und Perlen als Unikate basteln.

Nicht zuletzt, sondern tagsüber und zur Abendmahlzeit hatte sich Uli Vogel den alten Zeiten angeschlossen. Seine besondere Speisekarte „Kochen durch die Epochen“ hielt manches außergewöhnliche Schmankerl zum Probieren und Verzehr bereit, passend zum Tagesmotto.

 

Fotos (fm) Bild 1 Das Bernsteinbohren darf probiert werden, Perlenwickler und Färberin im Hintergrund; Bild 2 Klaus Schnaible (links) erzählt von der Badhausgeschichte

Copyright 2012 Stefan Herger & Klaus Schnaible