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25 Jahre Grabung in der Steinberg-Höhlenruine von Hunas

Die Grabungskampagne 2008 in der Steinberg-Höhlenruine bei Hunas geht ihrem Ende entgegen. Am „Tag des offenen Denkmals“ werden die Paläontologen der Öffentlichkeit von 10 bis 17 Uhr vor Ort präsentieren, was sie in diesem Jahr gefunden haben. Gleichzeitig feiern die Ausgräber 25jähriges „Hunas-Jubiläum“.

Worüber freut sich eine Paläontologin wie Grabungsleiterin Dr. Brigitte Hilpert vom Institut für Paläontologie der Universität Erlangen? Zum Beispiel über den gut erhaltenen Schädel eines Spitzmäuschens. Nicht so spektakulär, möchte man meinen, aber dieser Nager hat vor etwa 75 000 Jahren gelebt und das macht ihn einzigartig. Allerdings ist das nicht das einzige „Highlight“ dieser Grabungskampagne. Wie die 36-jährige begeistert schildert, sei man überall bei der Bearbeitung kleinerer Flächen auf reiche Funde getroffen. Praktisch an jedem Tag wurden über Wochen hinweg Überreste geborgen, quer durch alle Tierarten. Das meiste stammt wieder vom Höhlenbär, aber auch Skelettteile vom Höhlenlöwen, Rothirsch und Wolf wurden knapp oberhalb des Sinterbodens entdeckt. Von den jüngeren bis zu den ältesten Schichten deckt dieser Boden ein Alter von 80 000 bis mehr als 270 000 Jahre vor unserer Zeitrechnung ab und ist auch in weiterer Hinsicht eine wahre Fundgrube. Mittels chemischer Prozesse kann man nämlich aus dem Sinter Pflanzenpollen herausfiltern und diese bestimmen. Was rund um das heutige Hunas vor Jahrtausenden wuchs, ist für die Ausgräber dann kein Geheimnis mehr.

Aus der mächtigen, reich gegliederten Schichtenfolge der Höhle lassen sich auch auf dem Umweg über Flora und Fauna zahlreiche kräftige Klimaschwankungen ablesen. Mal war es wärmer, mal kälter. Das Berberäffchen, dessen Reste im letzten Jahr gefunden wurden, mochte es auf jeden Fall gerne wärmer.

Hilpert veranschlagt für weitere Grabungskampagnen noch rund fünf Jahre. Nachdem man nun durch alle Schichten hindurch sei, wolle man zur Grabung (1956-1964) von Entdecker Prof. Florian Heller eine Verknüpfung in der Fläche erstellen und durch das Schneiden von Profilen senkrechte Dokumentationsebenen schaffen. Heller habe damals wenig Kleinfauna dokumentiert und sei auch nie bis zum Sinterboden gelangt. „Es wäre schade, wenn wir getrennt blieben“, so Hilpert. Übrigens befinden sich alle Funde bereits in Erlangen, nur zum „Tag des offenen Denkmals“ wird ein Teil ausgestellt.

Durch ein Rahmenprogramm werden die Besichtigungen aufgelockert. Mit dem Speer Steinzeittiere zu jagen oder bei der Bearbeitung von Steinknollen zu Spitzen und Schabern durch Prof. Dr. Ludwig Reisch zuzusehen, macht die Urgeschichte anschaulicher. Und die Verbindung zum Neandertaler, der nicht nur Steinwerkzeuge (Abschläge) in der Höhle zurückließ, sondern auch einen Weisheitszahn, bekommt eine ganz andere Dimension.

Helga Manderscheid
 
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