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zurück Die Pommelsbrunner Gemeindeteile 11.12.2017
Ortsteil Mittelburg  

Einwohnerzahl zum 1.7.2009: 49, Nebenwohnsitze: 4

Allgemeines

Das Dorf Mittelburg liegt auf einer Höhe von etwa 530 m NN auf einer Hochfläche, ca. 9 Kilometer südöstlich von Hersbruck im Straßen- bzw. Wegenetz Hartmannshof-Waizenfeld-Aicha-Förrenbach-Arzlohe.

Geschichtlicher Abriss

Die um Mittelburg, vor allem am Hochberg, gemachten Funde weisen darauf hin, dass diese Gegend bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend von Menschen der schnurkeramischen Kultur besiedelt wurde, später dann von den Kelten. Der Vorläufer der heutigen Siedlung ist erst spät im Zuge des Landausbaus und der Kolonisation von Grenzertragsböden im 10.-13. Jahrhundert entstanden. Das Dorf lag im Gebiet des Pflegamtes Hersbruck. Dieses war wohl schon im 7.- und 8. Jahrhundert in baierischem Herzogsbesitz, unterstand später der Aufsicht des Bamberger Klosters Bergen und ab 1103 jener der Oberpfälzer Grafen von Sulzbach.


1180 folgten die Hohenstaufer. Vom 13. bis 15. Jahrhundert gehörte Mittelburg zum Pflegamt Reicheneck. Die Grundherrschaft der Schenken von Reicheneck (Reichsministeriale) kam im 15. Jahrhundert an die Wittelsbacher Herzöge und 1505 an die Reichsstadt Nürnberg. 1550 vermerkte das Pflegamt Hersbruck acht bäuerliche Anwesen, d.h. einen Hof, fünf Güter und zwei Gütlein, um 1800 besaß es neun Anwesen, davon sieben Güter, ein Gütlein und das Gemeindehirtenhaus. 1806 ging die Reichsstadt Nürnberg mit ihren Landgebieten an das Königsreich Bayern über. Mittelburg kam zur Gemeinde Arzlohe, mit der Gemeindegebietsreform 1972 zur Gemeinde Hartmannshof und 1977 zur Großgemeinde Pommelsbrunn. 1987 hatte Mittelburg 15 Wohngebäude.

Weitere sehenswerte Punkte in Mittelburg:

Die Häuser Nr. 12 und 13 sind eingeschossige Wohnstallhäuser mit Fachwerkgiebel, entstammen beide dem 19. Jahrhundert und sind denkmalgeschützt. Der Dorfplatz mit einer alten Linde wurde erst kürzlich vorbildlich gestaltet und lädt zum Verweilen ein, zumal sich dort auch das Gasthaus „Zur Linde“ befindet. Interessant ist auch die „Schneiderburg“ (mit Turm) im Wald ca. 300 Meter südwestlich des Ortes, eine kleine burgähnliche Anlage, die allerdings erst 1923 von einem Nürnberger Industriellen im Heimatschutzstil erbaut wurde.

Über Wegweiser kommt man zum 1,5 Kilometer langen „Archäologischen Rundweg“, der auf den Hochberg führt und auf acht Tafeln (drei allgemeinen und fünf speziellen) die kulturelle Bedeutung der jungsteinzeitlichen Höhensiedlung der Schnurkeramiker (ca. 2800-2400 v.Chr.) erklärt. Der Rundweg beginnt und endet in Mittelburg und ist auch wegen der gewaltigen Formationen von Felsen und Blöcken im Wald sehenswert.

Die zweite Kulturgruppe, welche das Gebiet besiedelte, waren die Kelten. Am Hochberg sieht man die Überreste von Steinmauern, welche den Berg umziehen. Es handelt sich um eine dreiteilige Befestigungsanlage mit zwei Unterburgen und einer Oberburg (Akropolis). Die Houbirg ist nur vier Kilometer entfernt, vermutlich wurde mit der Erstarkung dieses bedeutenden Oppidums (so bezeichneten die Römer keltische Befestigungsanlagen) der Hochberg aufgegeben.

(Aus den heimatgeschichtlichen Unterlagen von Heinrich Zillinger mit Ausführungen von Helga Manderscheid)

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