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zurück Die Pommelsbrunner Gemeindeteile 23.3.2017
Ortsteil Heuchling  

Einwohnerzahl zum 1.7.2009: 66, Nebenwohnsitze: 5

Geschichtlicher Abriss

Heuchling zählt zu den ältesten besiedelten Räumen im Gemeindegebiet. In der nahe dem Ort gelegenen Fischerhöhle hat man Gefäßstücke, Knochen und ein Gehänge aus Glas- und Bernsteinperlen aus der Bronzezeit (1800-1200 v. Chr.) gefunden. Die ersten Siedler dürften sich in Heuchling vor über 3000 Jahren niedergelassen haben. Dennoch kann der Ort nicht auf eine ununterbrochene Siedlungszeit über diesen langen Zeitraum zurückblicken, da die früheren Siedlungen immer wieder aufgegeben worden sind. Eine dauerhafte Besiedlung und die Entstehung des Ortes dürfte durch die Baiern um das Jahr 650 n. Chr. erfolgt sein. Hierauf deutet der Name „Heuchling“ hin, ein für baierische Siedlungsorte typischer Name. Im baierischen Salbuch aus der Zeit um 1275 erscheint als Ortsbezeichnung „Hichenlinge“. Später wurde hieraus „Heichling“ und schließlich „Heuchling“. Um 1275 gab es in Heuchling sechs Höfe, die im Eigentum des Klosters Bergen bei Neuburg an der Donau standen. Die Vogtei, das heißt die Schutzherrschaft und Gerichtsbarkeit übte Herzog Ludwig von Baiern aus. Dieser verpfändete am 10. Januar 1314 die Vogtei über die Güter der Äbtissin des Klosters von Bergen in Heuchling an den Ritter Heinrich II von Lichtenstein für dessen treue Dienste. Dieser residierte auf der über Pommelsbrunn gelegenen Burg Lichtenstein und lag im Streit mit den Nürnbergern, welche 1325 seine Burg schleiften; Heinrich II von Lichtenstein flüchtete nach Heuchling. Nach dem Bayerischen Erbfolgekrieg 1504/05 gelangte Heuchling zum Gebiet der Freien Reichsstadt Nürnberg.


Um 1800 bestand Heuchling aus zwölf Häusern, die von neun Bauern bewirtschaftet wurden. Im Jahre 1806 wurde die ehemals Freie Reichsstadt Nürnberg dem Königreich Bayern einverleibt. Heuchling wurde Bestandteil der Gemeinde Hubmersberg, die im Zuge der Gebietsreform im Jahr 1972 in der Großgemeinde Pommelsbrunn aufging.


Leben und Wirtschaft

Heuchling ist noch sehr beschaulich und von der Landwirtschaft geprägt. Drei Vollerwerbsbauern und drei weitere im Nebenerwerb bewirtschaften die umliegenden Felder. Das Gasthaus „Zum schwarzen Brand“ (nur 1., 3. und 5. Wochenende geöffnet) ist bekannt für seine guten Bratwürste. Der Ort hat beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 2008 den 3. Preis in der Kategorie A (bis 250 Einwohner) errungen, dank seines gepflegten Ortsbildes und schönen Blumenschmucks.

Sehenswerte Punkte von Heuchling und Umgebung:

Etwa 250 Meter vom Ort entfernt liegt versteckt die Fischerhöhle. Sie ist etwa 120 Meter lang und frei zugänglich (siehe auch www.caveclimbers.de/fischer sowie www.philipp-nickl.de/Fischerhoehle).
Im Ort befindet sich der jahrhundertealte Heuchlinger Schöpfbrunnen. Eine Informationstafel liefert nähere Einblicke in diese kulturgeschichtliche Anlage.

Vom Schöpfbrunnen weitergehend gelangt man zum Heuchlinger Anger. Er ist einer von rund 60 noch bestehenden Hutangern in der Hersbrucker Alb und Refugium seltener Tiere und Pflanzen (hier ebenfalls Informationstafel).

Wenige hundert Meter nach dem Ortsausgang liegt westlich der Straße nach Bürtel die abgegangene Turmhügelburg „Purkstall“. Sie wurde im Herbst 2006 vom Kreisheimatpfleger für Archäologie, Werner Sörgel, entdeckt und stellt sich gegenwärtig als ein Wiesenhügel dar. Nach den Erkenntnissen der Wissenschaft ist diese Burg im frühen 14. Jahrhundert abgegangen (vgl. auch www.herrensitze.com/burtel)

(Texte von Hans Jürgen Pillhofer, ergänzt von Helga Manderscheid)

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