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zurück Die Pommelsbrunner Gemeindeteile 17.10.2017
Ortsteil Arzlohe  

Einwohnerzahl zum 1.7.2009: 66, Nebenwohnsitze: 1

Allgemeines

Arzlohe liegt auf der Hochebene über dem Högenbachtal und Pommelsbrunn zwischen Houbirg, Mühlkoppe und Hochberg.

Geschichtlicher Abriss

Arzlohe wird das erste Mal namentlich in einer Urkunde vom 1.1.1289 erwähnt, nachdem die Schenken von Reicheneck einer ihrer Vasallenfamilien namens Türrigl, die sich gegen sie erhoben hatte und dadurch alle Lehen verlor, die Lehen nach Unterwerfung und Fürsprache von Freunden zurückerstatteten. Im Salbuch des Klosters Engelthal von 1312 werden zwei Breitensteinerinnen erwähnt, die Gült aus einem Gut von Arzlohe nahmen. Ferner werden in einer Urkunde vom 10.6.1393 sowohl Arzlohe als auch die Kirche in Pommelsbrunn aufgeführt. Weitere urkundliche Erwähnungen beziehen sich auf einen reichsunmittelbaren Lehenshof (Urkunden von 1559, 1565, 1566 und 1577), die jeweils auf einen „ganntzen hofe Zue Artzlohe bey dem heyligen Baum gelegen“ Bezug nehmen. Die Lehensträger dieses Königsgutes in Arzlohe sind ab Mitte des 16. Jahrhunderts namentlich belegt. Man nimmt an, dass es sich um den sog. Wacker- oder Koch-Hof, Haus Nr. 3 handelt. Die Benennung „bei dem heiligen baum gelegen“ bezieht sich auf die Kapellenruine (siehe unten), ist aber keine Lageangabe des Hofes bei derselben. Der Zehnt war ursprünglich Lehen des Hochstifts Bamberg an die Schenken von Reicheneck, später (1411) an die Herren von Parsberg.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam Arzlohe, wie die ganze Region, zur Reichsstadt Nürnberg, dann 1806 mit dem Nürnberger Territorium an das Königreich Bayern. Die 2. Gebietsreform ordnete es 1971 der Großgemeinde Pommelsbrunn zu.

Die Variationen des Dorfnamens reichen übrigens von Arzloch (1289) über Arzeloech und Artzlich (1350), Arczlo (1420), Artzloe (1520) bis zu Atzloe (1560). Paul Pfinzing benennt den Ort in seinem Kartenwerk mit Artzlohe. Ab 1754 hat der Ort seinen heutigen Namen: Arzlohe.


Weitere sehenswerte Punkte in Arzlohe:

Kapellenruine

Hier ist vor allem die Kapellenruine „Zum Heiligen Baum“ zu nennen. Ältester (indirekter) Nachweis ist eine Notiz über eine Kirchenvisitation durch das Bistum Eichstätt im Jahre 1480. Es wird eine Filialkirche „im Paum“ genannt. Nach Wilhelm Schwemmer soll die 1520 urkundlich erwähnte Bezeichnung „Zum heiligen Baum“ auf eine vorchristliche Kultstätte hin deuten. Andere Heimatforscher, darunter Heinrich Zillinger, vermuten, dass der einschiffige spätgotische Bau als Pestkapelle entstand (mehrere Pestwellen im 14. Jahrhundert). 1504 heißt es „Zum Paum, ein capeln, heißt zu Sant leonhart“. 1508 wird die Kapelle – damals wohl schon Ruine - in Zusammenhang mit einem Mord erwähnt. 1526 wurde Pommelsbrunn selbständige Pfarrei. 1733 wird die Kapelle in den „Delicae Norimbergensis“ wieder genannt. Nach Aufzeichnungen von Pfarrer Otnets, der von 1637 bis 1659 in Pommelsbrunn wirkte, gab es eine Urkunde (Jahreszahl nicht bekannt), nach der vor der Zerstörung der Kapelle an sechs verschiedenen Tagen Gottesdienst gehalten wurde; danach wohl nur noch an Jacobi. Heute wird wieder am Pfingstmontag, an der Kirchweih und zur Waldweihnacht (21.12. – Thomastag) ein Gottesdienst abgehalten.

Backofenfest

jeweils im September

Wanderungen

Rund um Arzlohe lassen sich schöne Wanderungen durchführen, z.B. zur Houbirg und zum Hohlen Fels.

(erstellt nach Unterlagen von Heinrich Zillinger und Dr. Otto Braun)

Weiterführende Links

Ausarbeitung über Arzlohe von Frau Leutgeb (ca. 8 MByte)

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