News
Gemeinderatssitzung Pommelsbrunn vom 26.10.2017

Die Tagesordnungspunkte der jüngsten Gemeinderatssitzung reichten von privaten Bauanträgen über den Neubau „Kinderhort“ bis zum Jahresantrag 2018 für das Bayerische Städtebauförderungsprogramm. Im Mittelpunkt stand jedoch die Verabschiedung des langjährigen technischen Leiters Erwin Bleisteiner.

Der Neubau eines Doppelhauses mit Einliegerwohnung und Carports in der Wilhelm-Aschka-Straße in Hohenstadt gab Anlass zu kurzer Diskussion, nachdem diverse Befreiungen beantragt worden waren. Der Kniestock wurde dann mit 75 cm festgesetzt (entgegen der gewünschten 85 cm), die Dacheindeckung in anthrazit geht in Ordnung, auch die Überschreitung der Baugrenzen – vorbehaltlich der Zustimmung der Nachbarn – wurde genehmigt, ebenso wie die Platzierung der Carports außerhalb der Baugrenzen. Ein weiterer Antrag auf Baugenehmigung in Form einer Aufstockung eines bestehenden Gebäudes in der Gemarkung Hubmersberg, Heuchling 30, fand ebenfalls keine Gegenstimme.

Zum Neubau des Kinderhorts an der Grundschule Pommelsbrunn teilte Bürgermeister Jörg Fritsch mit, dass man nochmals mit dem Trägervertreter, Pfarrer Georg Pilhofer, in Kontakt gewesen sei. Das „Grobgerüst“ stehe jetzt. Ergänzend teilte Geschäftsleiter Markus Gnan mit, dass „wir von einer Förderung von rund 550.000 € ausgehen können“. Die genaue Berechnung erfolge, wenn der Antrag gestellt werde. Wenn die Gemeinde im kommenden Jahr einen individuellen Fördersatz bekomme, könne sich dieser noch nach oben verändern. 

Hierzu fügte der technische Leiter Erwin Bleisteiner noch an, dass die Baukosten bei 1,5 – 1,6 Mio. € lägen, rund 1 Mio. € müssten also aus eigenen Mitteln kommen. Franz Altmann (Grüne) warf ein, dass die Dachneigung des Horts nicht für Photovoltaik geeignet sei, was laut Bleisteiner jedoch Mehrkosten (Aufständerung) verursachen würde. Dies träfe auch in Bezug auf die Anlage zu, meinte Fritsch, aber das Thema würde nochmals aufgegriffen.

Bereits 2015 ist in der November-Sitzung beschlossen worden, für das Gebiet des Bebauungsplanes Nr. 6 „Gewerbegebiet Hohenstadt“ eine Änderung desselben vorzunehmen. Zur Sicherung der gemeindlichen Bauleitplanung hatte sich der Gemeinderat damals auf eine Verlängerung der Veränderungssperre um ein weiteres Jahr geeinigt. Nachdem das Bauleitverfahren (Fritsch: „ist eine langwierige Sache“) noch nicht beendet werden konnte, ist die Verlängerung der Veränderungssperre um ein weiteres Jahr zu veranlassen, was einstimmig beschlossen wurde.

Um auf dem Grundstück Fl. Nr. 1616 Hohenstadt ein Wohnhaus wie geplant  errichten zu können, müsste für diesen Bereich die Satzung Hohenstadt Nord geändert werden. Zwar war der Antragsteller damit einverstanden, dass das Haus noch um einige Meter weiter vom Wald entfernt geplant wird, jedoch wurde auf Antrag von Franz Altmann (Grüne) die Angelegenheit mehrheitlich in den Bauausschuss verwiesen.

Einstimmig wurde dagegen der Jahresantrag 2018 für das Bayerische Städtebauförderungsprogramm beschlossen, zu dem Geschäftsleiter Markus Gnan noch einige Informationen über die geplanten Maßnahmen in Höhe von 28.000 € hinzufügte. Die Bezuschussung durch den Freistaat Bayern liege unverändert bei 60% der förderfähigen Kosten.

Abschließend teilte Fritsch mit, dass beim Hotel Lindenhof Hubmersberg samt dazugehörigem Besitz zum 1. 10. ein Eigentümerwechsel stattgefunden habe. Amtssekretärin Anke Richter verlas hierzu eine Pressemitteilung. Das Traditionshotel soll erhalten bleiben und als Tagungsort weiter ausgebaut werden.

Zum Schluss meldete sich noch Renate Scharrer (SPD) wegen nötiger Rückschnitte im Mittelweg in Hohenstadt, Herbert Bauer (FW) hatte eine Rückfrage zur Baustraße für die Errichtung der Brücke an der Bahnhofsstraße in Hartmannshof und Michael Lederer (CSU) beklagte, dass Camper an der S-Bahn-Station Pommelsbrunn Müll hinterlassen hätten.

 

Verabschiedung Erwin Bleisteiner

Anhaltender Beifall für einen Mann, der seit 1982 als Bauhofmitarbeiter, Bauhofleiter und technischer Leiter der Großgemeinde gedient hat und den alle sehr vermissen werden – für Erwin Bleisteiner. Bürgermeister Jörg Fritsch fasste in seiner Laudatio im Rahmen der Gemeinderatssitzung den Einsatz des 63-jährigen künftigen Ruheständlers zusammen.

„Wenn wir heute unseren langjährigen Mitarbeiter offiziell aus dem aktiven Dienst verabschieden, dann schwingt eine gehörige Portion Wehmut auf Seiten des Rats, der Verwaltung und der gesamten Gemeinde mit, denn nun wird eine fast 36-jährige äußerst gedeihliche Zusammenarbeit beendet“ so Fritsch. An Bleisteiner gewandt fuhr er fort: „Für dich war es nicht nur Pflicht, sondern wichtiger Lebensinhalt. In erster Linie waren deine Motivation und dein Ehrgeiz, etwas für die Gemeinde zu bewegen und das hast du mit äußerster Hingabe und in vorbildlicher Weise praktiziert. Hierfür darf ich dir heute den ausdrücklichen Dank namens der Großgemeinde entgegen bringen“.

Wie Fritsch weiter ausführte, habe sich Bleisteiner am 23.11.1981 „kurz und bündig“ als Gemeindearbeiter beworben und am 2.1.1982 seinen Dienst beim neuen Arbeitgeber angetreten – ein wahrlicher Glücksgriff, den der damalige Gemeinderat getätigt habe. Nur ungern habe ihn seine frühere Firma ziehen lassen, deren Beurteilung Fritsch verlas. Diese Worte hätten bis zum heutigen Tag nichts von ihrer Gültigkeit verloren.

Sicher war auch die starke Frau hinter Bleisteiner – und damit wandte sich Fritsch an Gemeinderätin und 3. Bürgermeisterin Gabi Bleisteiner – ein Garant dafür, dass dieser Einsatz erbracht werden konnte. Bleisteiner habe sich ständig neues Wissen angeeignet und sei nie stehen geblieben. Er sei bald zum Leiter des Bauhofs aufgestiegen, 1989 dann zum technischen Leiter der Großgemeinde.

Fritsch zählte die Projekte auf, welche Bleisteiner begleitet hat und das waren nicht wenige, vor allem besonders wichtige wie das Großprojekt Wasserversorgung, Überleitung nach Hersbruck, Gemeinschaftsanlagen in den einzelnen Ortschaften, 20 Jahre Flurbereinigung Heldmannsberg-Waizenfeld, zahlreiche Ausbauten von Straßen und Feldwegen, Dorferneuerung, Maßnahmen im Konjunkturpaket II, Grundschule, Kindergarten, Kindergartenanbauten und –ausbauten, Hort, Großprojekt Rathaus und vieles andere mehr. Sein Meisterstück sei die Sanierung der Turnhalle mit angebauter Grundschule in Hartmannshof gewesen. Bleisteiner habe viele Gespräche vor Ort mit Fachbehörden geführt und dabei die Kosten immer im Auge behalten.

„Ich habe mit dem Erwin jetzt 11 Jahre immer konstruktiv und positiv zusammen gearbeitet, ein hervorragendes Miteinander. Persönlich möchte ich mich bei dir für die ausgesprochene Loyalität, die du mir entgegengebracht hast, bedanken. Es war ein gutes Gefühl, insbesondere bei schwierigen Entscheidungen, dich an meiner Seite zu haben“. Fritsch wünschte von Herzen alles Gute für den kommenden Lebensabschnitt und fügte hinzu, dass die Tür des Rathauses immer für ihn offen sei.

Bleisteiner, der anschließend sichtlich gerührt das Wort ergriff, dankte seinerseits für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Gemeinderat. Er habe sich vor allem auf den Kämmerer verlassen können, dass Geld da sei und auf den Bürgermeister, dass er es hergebracht habe. Diese fast 36 Jahre Arbeit hätten ihm Spaß gemacht, er habe viele Freunde gewonnen und nur wenige verloren. Auch er ging auf die von ihm begleiteten Projekte ein, dankte seinen Kollegen für ihre Unterstützung und wünschte seinem Nachfolger Christian Brand viel Erfolg. Ein Imbiss und geselliges Beisammensein beendeten den Abend.

Helga Manderscheid

Bild: Bürgermeister Jörg Fritsch (re.) verabschiedet den technischen Leiter der Gemeinde, Erwin Bleisteiner (li.) im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 26.10.2017

 



weitere Meldungen: Gemeinde Pommelsbrunn

Fenster bitte wieder schliessen