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60 Jahre Kirchenchor mit Jubiläumskonzert

„Jubiläumsstau“ in Eschenbach im Jahre 2012 – da feierte der örtliche Kirchenchor, 60 Jahre alt geworden, lieber ein Jahr später im Oktober. Das Jubiläumskonzert in der Paulskirche zog nun viele Besucher an und bescherte dem Traditionschor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde viel herzlichen Applaus.

Und dieser Applaus war durchaus verdient, denn obwohl die Chormitglieder gelegentlich stöhnen, Chorleiter Gerhart Neubauer besteht auf durchgängig hohem Niveau in der Auswahl der Stücke. So kamen auch diesmal von dem bedeutendsten deutschen Komponisten des Frühbarocks, Heinrich Schütz, zwei Psalm-Motetten mit Orgelbegleitung zu Gehör; zuerst Psalm 128 für achtstimmigen Doppelchor und Basso Continuo SWV 30 „Wohl dem, der den Herren fürchtet“, danach Psalm 121 für Soli, achtstimmigen Doppelchor und Basso Continuo SWV 31. Die Soli sangen Birgit, Raffaella und Johannes Neubauer, Gerhart Neubauer hatte die Gesamtleitung, an der Orgel begleitete Petra Ott. Dazu gesellte sich ein A-capella-Vortrag von „Exultate Deo“ von Alessandro Scarlatti. Der Chor präsentierte unter dem präzisen Dirigat von Neubauer eine stimmlich ausgewogene, nuancierte Darbietung und meisterte auch die alternierende Zuweisung der Stimmen mit Bravour.

Dazwischen meldete sich der Posaunenchor Eschenbach unter Hubert Ruppert immer wieder von der Empore zu Wort mit Beiträgen von William Byrd, Ulrich Knörr und Johann Sebastian Bach. Das „Präludium Es-Dur BWV 552“ des Thomaskantors hatte übrigens Gerhart Neubauer für einen hervorragenden Solo-Orgel-Beitrag gewählt, nach welchem er, ergänzt durch die Orgelbegleitung Petra Otts, am Waldhorn mit dem zauberhaften Adagio aus dem „Trompetenkonzert D-Dur“ von Georg Philipp Telemann brillierte. Pfarrer Gerhard Durst, der durch den Abend führte, hatte nicht zu viel versprochen, als er auf ein abwechslungsreiches Programm hinwies.

Reinhard Munker sorgte dazwischen in Vertretung der neun Eschenbacher Vereine für Gelächter, als er ein humoriges Gedicht verlas und „Vergelt’s Gott“ für alles sagte. Auf die Historie eingehend, erinnerte er unter Applaus daran, dass von den 28 Gründungsmitgliedern immer noch drei, nämlich Else und Grete Haushahn sowie Heidi Glöckel mitsängen und ein viertes – Anni Munker - als Zuhörerin da sei.

Gegründet wurde der Chor 1952 als reiner Frauenchor dreistimmig durch Hauptlehrer Eduard Kolb, der das Amt als Chorleiter 28 Jahre innehatte. Bereits 1954 haben sich Männer angeschlossen. Als Chorleiter folgten auf Kolb Friedrich Lindner, Konrad Ulherr, Lehrer Otto Schulz und Dr. Luise Harder. Von 1980 bis 1984 dirigierte Regina Tzschentke, ein weiteres Jahr Barbara Häßler, ab 1985, mithin seit 28 Jahren dann Gerhart Neubauer. Heute sind es 25 Sängerinnen und Sänger plus Chorleiter. Man singt bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen sowie Kasualien; bei Beerdigungen dirigierte Rudolf Ott, heute gefolgt von Sonja Durst. Obfrau Brigitte Loos, salopp als „Allrounderin“ bezeichnet, fungiert seit 30 Jahren auch als Schriftführerin.

Am Ende des Abends bedankte sich der Kirchenchor mit Blumensträußen und Weinflaschen. Birgit, Gerhart, Raffaella und Johannes Neubauer waren unter den Empfängern, genauso wie Petra Ott, Hubert Ruppert, Horst Volkert, Brigitte Loos und Helga Manderscheid für die Berichterstattung.
Helga Manderscheid

Bild: der Kirchenchor Eschenbach mit den Solistinnen und Solisten sowie Chorleiter Gerhart Neubauer (letzte Reihe 2. v. re.)



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