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Festabend anlässlich des 150-jährigen Jubiläums

Diese Jubiläumsfeier war etwas ganz Besonderes. Beim Festabend zum 150-jährigen Bestehen des Männergesangvereins 1863 e.V. Pommelsbrunn in der voll besetzen Hartmannshofer Sängerhalle gab es nicht nur gesanglichen Kunstgenuss in Hülle und Fülle, sondern auch viel Lob und Anerkennung für den ältesten Verein des Dorfes Pommelsbrunn und sein umfangreiches Wirken im kulturellen und ehrenamtlichen Bereich.

Als Verwaltungsmitglied und Moderator Klaus Göttler die einführenden Worte sprach, saßen neben dem Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Beyer, Landrat Armin Kroder, Bürgermeister Jörg Fritsch mit Vize Reinhard Weih und zahlreichen Gemeinderäten sowie den Pfarrern Steffen Weeske und Roland Klein auch der Vizepräsident des Fränkischen Sängerbunds, Walter O. Neumann, Vorsitzende Bärbel Meyer vom Partnerchor Mildenau, die Mitglieder der beiden Patenvereine aus Hartmannshof und Hohenstadt und zahlreiche Vereinsvertreter von Ortsvereinen. Es war also eine lange Liste von Ehrengästen, welche der Vorsitzende des Jubelchors, Georg Mertel, anschließend willkommen hieß. Mertel konnte allerdings auch nicht umhin, gleich zu Beginn auf ein Problem hinzuweisen, das im Verlauf des Abends noch mehrmals angesprochen wurde: Den Nachwuchsmangel besonders bei Männerchören.

Bürgermeister Jörg Fritsch, gleichzeitig Schirmherr des Jubiläums, ging in seiner Laudatio auf den Wert der Musik ein, die „in Tönen ausdrücken kann, wofür es kaum Worte gibt“. Dies gelänge besonders den Pommelsbrunner Sängern durch ihre Begeisterung, Vielfältigkeit und nicht zuletzt durch ihre musikalische Qualität, auch dank ihres Chorleiters Einhard Lauffer-Königer, der seit nunmehr einem Jahrzehnt den Takt vorgebe. Die mannigfaltigen Auftritte könne man nur mit Zielstrebigkeit und Idealismus bewältigen. Fritsch, der auch auf die Chorpause zwischen 1972 und 1987 einging, die durch das Engagement des Vorsitzenden Georg Mertel wieder beendet wurde, überreichte einen Scheck. Im Anschluss sprach der Vorsitzende des Patenvereins MGV Hartmannshof, Horst Volkert, der humorvoll auf die „Hartmannshofer Schnupperlehre“ von Mertel einging.

Auch Landrat Armin Kroder hatte ein Kuvert mitgebracht, dazu viel Lob. 150 Jahre alt zu werden, das würden nicht viele Vereine schaffen. Dazu brauche es, was der große Caruso einmal gesagt habe: Einen großen Brustkorb, einen großen Mund, neunzig Prozent Gedächtnis, zehn Prozent Intelligenz, eine Menge harter Arbeit und das gewisse Etwas im Herzen. Letzteres hätten die Pommelsbrunner Sänger in vollem Maße. Dass es in der Gemeinde Pommelsbrunn immer etwas zu feiern gäbe, merkte der Vorsitzende des GV Hohenstadt, Rudolf Pflaumer, an und ging auf die einzelnen Anlässe ein, insbesondere auf die 130-Jahr-Feier des „Jubelkinds“ vor 20 Jahren.

Die längste Rede mit zahlreichen Zitaten hatte sich Walter O. Neumann vorbehalten. Unter Bezugnahme auf das Volkslied „Hab oft im Kreise der Lieben“ betonte er, dass das Chorsingen verbinde und Sorgen vergessen mache. Heute wüssten das leider nur noch wenige „Insider“. Neumann ging auf die patriotische Aufklärungswelle Mitte des 19 Jahrhunderts ein, die zu zahlreichen Chorgründungen und in Folge zu einem vereinten Deutschland geführt hätte. „Für Europa würde sich das auch lohnen“, so der engagierte, erst kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnete Vizepräsident des Fränkischen Sängerbundes. Neumann ging auch auf Bestrebungen des FSB ein, mehr Menschen für den Chorgesang zu begeistern und attestierte dem MGV Pommelsbrunn hohe Motivation und Engagement, wofür er auch zwei Ehrenurkunden vom Fränkischen und Deutschen Sängerbund mitgebracht habe.

Den Reigen der Redner führte Pfarrer Roland Klein, auch im Namen von Pfarrer Steffen Weeske, fort. Mit vier Flaschen als Geschenk („eine für jede Stimmlage“), lud er alle Sänger zu einer Weinprobe ein und betonte, dass Musik das verbindende Medium sei, das für Kirche und Sänger einen besonderen Stellenwert habe. Mit einem ganz speziellen Geschenk trat auch Vorsitzende Bärbel Meyer vom Partnerverein Mildenau ans Rednerpult. Ihr ältestes Vereinsmitglied, Siegfried Günther, habe dem MGV Pommelsbrunn Noten hinterlassen, die sie zusammen mit zwei Flaschen „Hochprozentigem“ überreichen wolle. Für die Pommelsbrunner Ortsvereine sprach Hermann Herger, der ebenfalls ein Kuvert überreichte und viele weitere musikalische Höhepunkte wünschte.

Doch auch der Gesang sollte nicht zu kurz kommen, wobei an diesem Abend das „fahrende Volk“ dominierte. Nach dem Festlied des Jubelvereins und dessen „Frühlingsgruß“ von Robert Schumann sang der gemischte Hartmannshofer Chor unter Birgit Rösch schwungvoll unter anderem „Zigeuner spiel uns auf“ und „Zigeunerleben“ (Klavier: Manfred Süß), während der GV Hohenstadt, dirigiert von Wolfgang Pöhner, mit „Auf der Puszta weht der Wind“ (Klavier: Anneliese Jung) temperamentvoll dagegen hielt, zudem mit „Cielito Lindo“ nach Südamerika entführte. Langen Applaus bekam der Jubelchor für den „Gefangenenchor“ von Verdi und das Frühlingslied „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“. Als Intermezzi setzte das Trio aus Einhard Lauffer-Königer (Violine), Eilin Herrmann (Violincello) und Ute Königer (Klavier) mit „Salut d’amour“ von Elgar und einem Klaviertrio von Schubert moderne und klassische Akzente.

Zum Schluss regnete es nach einem gemeinsam gesungenen „Frankenlied“ Geschenke, Applaus für die Sänger und viel Lob für Initiatoren und Moderator, die alle für einen rundum gelungenen Festabend gesorgt hatten.



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