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Aktion "Nachbarn helfen"-Gründungsversammlung

Wer liest Oma Meier vor? Wer betreut mal kurz die kleine Julia? Wer hilft beim Formular-Ausfüllen, beim Behördengang? Seit kurzem gibt es auch in der Großgemeinde Pommelsbrunn auf all diese Fragen eine Antwort: Die Aktion „Nachbarn helfen“, ein gemeinschaftliches Projekt von Harald Steger aus Eschenbach und der Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Hartmannshof/Pommelsbrunn. Die Gründungsversammlung im Gasthof Vogel informierte über Ziele und Grundsätze.

Seit 17 Monaten kämpft Harald Steger nun für seine Initiative, genauer gesagt, seitdem er im Fernsehen einen Bericht über ein ähnliches Projekt sah. Inzwischen hat er in Rainer Eisenbarth, dem Leiter des AWO-Seniorenheims Pommelsbrunn und 1. Vorsitzenden des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt, einen Verbündeten gefunden, der die Trägerschaft übernahm. Im Beisein der beiden Bürgermeister, Jörg Fritsch und Heribert Friedrich, sowie Vertretern von Gemeinderat, VdK und katholischer Kirche, referierten beide über ihr ehrenamtliches Vorhaben.

Das Ehrenamt hat in Deutschland eine breite Wirkung, jeder Vierte von 80 Millionen Bürgern betätigt sich auf diesem Feld. So nahm es nicht wunder, dass sich sofort Gemeindebürger meldeten, die mitmachen wollen. Doch wer kann davon profitieren und in welchem Umfang? Wo liegen die Grenzen? Die Zielgruppe, berichtet Eisenbarth, setze sich vor allem aus älteren, kranken und pflegebedürftigen Menschen zusammen, aus pflegenden Angehörigen, Behinderten, Alleinerziehenden und Alleinstehenden und hier wiederum die bedürftigen und einkommensschwachen Gruppen. Ihnen solle in der geographisch großen Gemeinde mit 22 Ortsteilen ein Angebot gemacht werden, das von Besuchen, Erledigung von Einkäufen, Hausaufgabenbetreuung bis zu kleinen Hilfestellungen in Haus und Garten reiche. Doch halt: in die Arbeitsbereiche ambulanter Dienste oder Handwerksbetriebe werde nicht eingegriffen. Deshalb will sich die Aktion auch jeden Einzelfall ganz genau anschauen, bevor sie aktiv wird und einen Ehrenamtlichen zum – freiwilligen – Unkostenbeitrag von drei Euro vermittelt. Es gehe nur um kleinere Handreichungen, auch um das Gespräch in der Einsamkeit. Gesetzlicher Datenschutz und Schweigepflicht werden natürlich eingehalten. Mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit will man auf sich aufmerksam machen und hat auch hier schon Unterstützung gefunden durch Judith Iskenius, Leiterin der Medicon-Apotheke OHG Lauf, die 2500 Flyer finanziert. Eine Fragebogenaktion in der „Gemeinderundschau“ ist ebenfalls geplant.

Vom großen Erfolg solcher Projekte konnten anschließend zwei liebevoll-energische Damen berichten, die gerne ihre Erfahrungen beisteuerten. Reichenschwands 2. Bürgermeisterin Hannelore Pauli (Nachbarschaftshilfe Reichenschwand) und Ingrid Distler, Einsatzleiterin des Diakonischen Werks („Nachbarn helfen Nachbarn“ Hersbruck) haben bereits seit Jahren praktische Erfahrungen mit ähnlichen Modellen. Berührend, ergreifend und auch gelegentlich kurios klangen ihre ausführlichen Berichte mit Fallbeispielen, denen zu entnehmen war, dass leider die Anonymität auf dem Lande wächst. Nicht nur Bürgermeister Jörg Fritsch, der dem Projekt guten Start wünschte und einen Zuschuss zusagte, befand, dass dies ein Abend war, der auf der ganzen Linie unter die Haut ging.

Büro und Anlaufstelle von „Nachbarn helfen“ befindet sich bei Harald Steger, Eschenbach 36, 91224 Pommelsbrunn. Am Montag und Freitag von 10-12 Uhr ist die Tel.Nr. 09154/9119548 (Fax: 09154/9119549) für Anfragen besetzt. Email: info@nachbarn-helfen.org. Weitere Infos unter www.nachbarn-helfen .org.

Helga Manderscheid

Anhang:
Harald Steger (vorne links), Rainer Eisenbarth (vorne rechts) – sitzend

Hannelore Pauli (hinten links), Ingrid Distler (hinten rechts) – stehend



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